Zitate zum Thema "leiden"
Aischylos
Wer kundig ist des Unheils, weiß, daß Menschen, wenn sie der Schwall der Leiden überflutet, in jedem Ding gar ein leicht Schrecknis wittern. Doch fließt das Schicksal sanft, so meinen sie, es wehe derselbe Geist des Glücks.
Äsop
Die Unglücklichen schöpfen Trost aus den schlimmeren Leiden anderer.
Epikur von Samos
Jeder Schmerz ist leicht zu verachten. Bringt er intensives Leiden, so ist die Zeit kurz bemessen, hält er sich lange im Fleische auf, dann ist er matt.
Euripides
Es ist den Frau'n doch eingepflanzt, die Lust, den Jammer, den sie leiden, allezeit im Mund und auf der Zung' zu führen.
Platon
Jemand mit einer ruhigen, glücklichen Natur wird kaum unter dem Druck des Alters zu leiden haben.
Alexandre Vinet
Vielleicht heißt Leiden nichts anderes, als ein tieferes Leben führen.
Arthur Schopenhauer
Alles Leben ist Leiden.
Carl Hilty
Einem Menschen, den Kinder und Tiere nicht leiden können, ist nicht zu trauen.
Leiden machen den Menschen stark. Oder sie zerbrechen ihn.
Christian Friedrich Hebbel
So eitel ist der Mensch, daß er sich sogar auf seine Leiden etwas einbildet.
Conrad Ferdinand Meyer
Im Paradies selber träfe man wohl einen an, den man nicht leiden kann.
Ernst Freiherr von Feuchtersleben
Hypochondrie ist es nicht bloß, sich ein Leiden, das man nicht hat, einzubilden, - sondern Leiden, die man hat, aufmerksam zu beschauen.
François Duc de La Rochefoucauld
Wir haben alle Kraft genug, um die Leiden anderer zu ertragen.
Die jungen Leute leiden weniger unter ihren Fehlern als unter der Weisheit der Alten.
Im Alter der Liebe wie im Alter des Lebens lebt man noch für Leiden, aber nicht mehr für Freuden.
Friedrich Haug
Ach! der junge Herr Baron Spielt mit seinen Dorfgemeinen Die verkehrte Passion: Alle leiden hier für Einen.
Friedrich Nietzsche
Menschen, welche man nicht leiden kann, sucht man sich zu verdächtigen.
Dichter und Künstler, die an Engbrüstigkeit des Gefühls leiden, lassen ihre Helden am meisten keuchen: sie verstehen sich auf das leichte Atmen nicht.
Die Kehrseite des christlichen Mitleidens am Leiden des Nächsten ist die tiefe Beargwöhnung aller Freude des Nächsten, seiner Freude an allem, was er will und kann.
Friedrich Schleiermacher
Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
Friedrich von Schiller
Ich mag es gerne leiden, wenn auch der Becher überschäumt.
Gerhard Tersteegen
Durch die Liebe werden bittersten Leiden süß, die wunderlichsten Begebenheiten gut, die kleinsten Werke groß und göttlich.
Germaine Madame de Staël
Natur und Gesellschaft machen die Frauen aufs Innigste mit den Leiden vertraut, und niemand kann leugnen, wie mir scheint, daß sie in unserem Zeitalter im Allgemeinen besser sind als die Männer.
Man muß im Leben wählen zwischen Langeweile und Leiden.
Giacomo Graf Leopardi
Die Menschen schämen sich nicht des Unrechts, das sie tun, sondern dessen, das sie leiden.
Das Alter ist der Übel höchstes; denn es beraubt den Menschen aller Genüsse, läßt ihm aber das Verlangen danach und bringt alle Leiden mit sich.
Gottfried Keller
Leiden, Irrtum und Widerstandskraft halten das Leben lebendig.
Gotthold Ephraim Lessing
Warum der Dichter Hadrian Die Katzen so besonders leiden kann? Das läßt sich leicht ermessen! Daß seine Verse nicht die Mäuse fressen.
Heinrich Heine
Ich kann kein Unrecht leiden, und daran krepiere ich; aber Gott weiß, daß ich mit derselben Schärfe des Gefühls auch das Unrecht, das andern widerfährt, empfinde.
Sterben ist kein Unglück, aber jahrelanges Leiden, ehe man es dahin bringt, zu sterben. Jahrelanges Leiden - glücklich sind die, welche schnell fertig werden: Per acquit, wie mein Vatterchen sagte, und man dreht sich herum und schläft ein und alles ist bezahlt.
Warum muß der Gerechte so viel leiden auf Erden? Warum muß Talent und Ehrlichkeit zugrunde gehen, während der schwadronierende Hanswurst sich räkelt auf Pfühlen des Glücks und fast stinkt vor Wohlbehagen?
Henri-Frédéric Amiel
Wer leidet, kann sich nicht einbilden, er leide nicht; er ist auf einen bestimmten Punkt beschränkt, er wird wieder subjektiv. Die Grenze der Objektivität ist also das Leiden.
Hermann Hesse
Im Leeren dreht sich, ohne Zwang und Not, frei unser Leben, stets zum Spiel bereit, doch heimlich dürsten wir nach Wirklichkeit, nach Zeugung und Geburt, nach Leiden und Tod.
Honoré de Balzac
Nur ist nichts peinlicher für einen sensiblen Menschen, als ein armes Wesen leiden zu sehen, an das man gebunden ist.
Neue Liebe, neue Leiden.
In jeder Lebenslage haben die Frauen mehr Grund zum Kummer als der Mann und mehr zu leiden als er.
Zu fühlen, zu lieben, zu leiden, sich hinzugeben wird immer der Inhalt des Frauenlebens sein.
Oft empfindet man mehr Lust im Leiden als im Glück: siehe die Märtyrer!
Seelen, die viel und rasch erleben, leiden nicht weniger als die, die von einer einzigen Liebe verzehrt werden.
Ein weibliches Wesen muß wohl Freude darin empfinden, für den zu leiden, den es liebhat!
Das Mädchen das fraglos einen Instinkt für das Elend und für die Leiden des Herzens hatte, durchzuckte jener elektrisierende Funke, von dem man nicht weiß, woher er kommt, der unerklärlich ist, den starke Geister leugnen, doch dessen Berührung so viele Männer und Frauen schon in sich gespürt haben.
Warum soll man sich nicht ebensogut mit den Leiden der Dummheit wie mit den Leiden des Genies beschäftigen? Das ist ein soziales Element, das unendlich viel verbreiteter ist als das andere.
Wer keine Kinder hat, dem bleiben viele Freuden verschlossen, aber ihm bleiben auch viele Leiden erspart.
Sie begriff, daß eine Frau aller Welt, selbst ihren Eltern, ein Unglück verbergen muß, das so selten einer Sympathie begegnet. Die Stürme und Leiden der höheren Sphären können einzig von den edlen Geistern gewürdigt werden, die ihnen angehören. Daher können wir im allgemeinen nur durch Ebenbürtige beurteilt werden.
Manche Kaufleute mögen nun mal diejenigen unter den Kunden, die schlechte Zahler sind, wenn sie in beständiger Verbindung mit ihnen stehen, wogegen sie ausgezeichnete Kunden nicht leiden können, die sich auf einer allzu hohen Linie halten, um ihnen vertraulichen Umgang zu gestatten.
Die seelischen Leiden, neben denen körperliche Schmerzen verblassen, erregen trotzdem weniger Mitleid, man sieht sie ja nicht.
Jean de La Fontaine
Lieber leiden als sterben, das ist der Menschen Wahlspruch.
Jean Paul
Gehst du furchtsam und zart mit deinem Leiden um, so stechen sie heißer als Brennesseln, wenn man sie bloß leise berührt. Aber gleich ihnen verletzen sie wenig, wenn du sie herzhaft und derb handhabst.
Humor ist überwundenes Leiden an der Welt.
Die Leiden sind wie Gewitterwolken: In der Ferne sehen sie schwarz aus, über uns grau.
Drei ganz verschiedene Parteien leiden und siechen an Anspielungen: Die erste macht, die zweite wittert, die dritte rügt sie.
Jean-Jacques Rousseau
Gott gab sie dir, dich in deinen Mühseligkeiten zu trösten, dir deine Leiden zu lindern; das ist die Frau.
Gott ist gerecht, er will meine Leiden und kennt meine Unschuld. Hierauf gründet sich mein Vertrauen.
Johann Albrecht Bengel
Gott hilft uns nicht immer am Leiden vorbei, aber er hilft uns hindurch.
Johann Wolfgang von Goethe
Ach! unsre Taten selbst, so gut als unsre Leiden, sie hemmen unsres Lebens Gang.
Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden, doch ihre Weine trinkt er gern.
Es gehört zu den traurigsten Bedingungen, unter denen wir leiden, uns nicht allein durch den Tod, sondern auch durch das Leben von denen getrennt zu sehen, die wir am meisten schätzen und lieben und deren Mitwirkung uns am besten fördern könnte.
Justinus Kerner
Gott schickt am End uns Leiden, auf daß uns die Welt, wenn wir nun von ihr scheiden, nicht mehr so mächtig hält.
Karl Marx
Das Leiden gehört zum Selbstgenuß des Menschen.
Leo Tolstoi
Fürchte nichts und niemanden. Das Teuerste in dir kann durch nichts und niemanden Schaden leiden.
Unterhaltung ist gut, wenn sie nicht unsittlich, sondern anständig ist, und wenn ihretwegen nicht andere leiden müssen.
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach
Kein Leiden braucht so viel Teilnahme und findet so wenige wie das selbst verschuldete.
Maxim Gorki
Fehler werden mit großen Leiden bezahlt, aber die Leiden des Menschen, Qualen seines Schöpferischen Suchens, haben ein Recht auf unsere und unserer Kinder Achtung.
Michel Eyquem de Montaigne
Wer das Leiden fürchtet, erleidet bereits, was er fürchtet.
Nicolas-Sébastien de Chamfort
Das Elend des Menschen liegt darin, daß er in der Gesellschaft Trost suchen muß gegen die Leiden, die die Natur ihm zufügt, und in der Natur Trost gegen die Leiden der Gesellschaft.
Oscar A. H. Schmitz
Konventionen sind die Spielregeln der Kultur. Wer das bei der Erfüllung nicht vergißt, wird nicht unter ihnen leiden.
Oscar Wilde
Jedermann kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühle aufbringen. Es bedarf aber eines wirklich edlen Charakters, um sich über die Erfolge eines Freundes zu freuen.
Schicksalsschläge lassen sich ertragen - sie kommen von außen, sind zufällig. Aber durch eigene Schuld leiden - das ist der Stachel des Lebens.
Wer es dahin gebracht hat, dem eigenen Leben zuschauen zu können, ist dem Leiden des Lebens entronnen.
Samuel Smiles
Das Leiden ist, von der einen Seite betrachtet, ein Unglück und, von der anderen betrachtet, eine Schule.
Theodor Gottlieb von Hippel
Es gehört mehr Kraft zum Leiden als zum Tun, mehr Stärke zum Entbehren als zum Genießen.
Wilhelm Busch
Meistens hat, wenn zwei sich scheiden, einer etwas mehr zu leiden.
Wer im Dorf und in der Stadt einen Onkel wohnen hat, der sei höflich und bescheiden, denn das mag der Onkel leiden.
William Shakespeare
Das Herz kann viel Leiden überwinden, wenn sich zur Qual und Not Mitmenschen finden.

