Zitate zum Thema "gewöhnlich"
August von Kotzebue
Das Erwartete bleibt gewöhnlich unter der Erwartung.
Fjodor Dostojewskij
Es scheint wohl wahr zu sein, daß die zweite Hälfte des menschlichen Lebens sich gewöhnlich nur aus Gewohnheiten zusammensetzt, die man in der ersten Hälfte erworben hat.
François Duc de La Rochefoucauld
Wenn wir der Versuchung widerstehen, dann gewöhnlich deshalb, weil die Versuchung schwach ist und nicht, weil wir stark sind.
François Marie Voltaire
Erst das Alter verhärtet gewöhnlich das Herz der Minister.
Friedrich Nietzsche
Die für beide Parteien unangenehmste Art, eine Polemik zu erwidern, ist, sich ärgern und schweigen: denn der Angreifende erklärt sich das Schweigen gewöhnlich als Zeichen der Verachtung.
Der, welcher keine Bücher schreibt, viel denkt und in unzureichender Gesellschaft lebt, wird gewöhnlich ein guter Briefschreiber sein.
Mütter sind leicht eifersüchtig auf die Freunde ihrer Söhne, wenn diese besondere Erfolge haben. Gewöhnlich liebt eine Mutter sich mehr in ihrem Sohn, als den Sohn selber.
Auf dem politischen Krankenbette verjüngt ein Volk gewöhnlich sich selbst und findet seinen Geist wieder, den es im Suchen und Behaupten der Macht allmählich verlor. Die Kultur verdankt das Allerhöchste den politisch geschwächten Zeiten.
Wer gezwungen ist, lauter zu reden, als er gewohnt ist - etwa vor einem Halbtauben oder vor einem großen Auditorium -, übertreibt gewöhnlich die Dinge, welche er mitzuteilen hat. - Mancher wird zum Verschwörer, böswilligen Nachredner, Intriganten, bloß weil seine Stimme sich am besten zu einem Geflüster eignet.
Man vergißt seine Schuld, wenn man sie einem andern gebeichtet hat, aber gewöhnlich vergißt der andere sie nicht.
Die erste Meinung, welche uns einfällt, wenn wir plötzlich über eine Sache befragt werden, ist gewöhnlich nicht unsere eigene, sondern nur die landläufige, unserer Kaste, Stellung, Abkunft zugehörige; die eigenen Meinungen schwimmen selten oben auf.
Das Buch soll nach Feder, Tinte und Schreibtisch verlangen: aber gewöhnlich verlangen Feder, Tinte und Schreibtisch nach dem Buche. Deshalb ist es jetzt so wenig mit Büchern.
Man begeht selten eine Übereilung allein. In der ersten Übereilung tut man immer zu viel. Eben darum begeht man gewöhnlich noch eine zweite - und nunmehr tut man zu wenig.
Georg Christoph Lichtenberg
Daß die Philosophie eine Frau ist, merkt man daran, daß sie gewöhnlich an den Haaren herbeigezogen ist.
Künstler haben gewöhnlich die Meinung von uns, die wir von ihren Werken haben.
Nichts setzt dem Fortschritt der Wissenschaft mehr Hindernis entgegen, als wenn man zu wissen glaubt, was man doch nicht weiß. In diesen Fehler fallen gewöhnlich die schwärmerischsten Erfinder von Hypothesen.
Gotthold Ephraim Lessing
Die ersten Entschließungen sind nicht immer die klügsten, aber gewöhnlich die redlichsten.
Heinrich Heine
Die Künstler, welche die Freiheit selbst und die Befreiung zu ihrem Stoffe gewählt, sind gewöhnlich von beschränktem, gefesseltem Geiste, wirklich Unfreie.
Die Menschen sind Narren, wenn sie über große Schmerzen klagen. Der Schmerz ist nicht so groß, aber die Brust, die ihn beherbergen soll, ist gewöhnlich zu eng.
Diejenigen, welche eine Revolution anfangen, sind gewöhnlich ihre Opfer, und solches Schicksal trifft vielleicht Völker ebensogut wie Individuen.
Honoré de Balzac
Im übrigen gebrauchte er für gewöhnlich vier Sätze exakt wie algebraische Formeln, um alle Schwierigkeiten im Leben und Beruf anzupacken und aufzulösen: ich weiß nicht, ich kann nicht, ich will nicht, das wird sich finden.
Advokaten stellen aus Grundsatz wenig Stühle in ihre Büros. Gewöhnlich geht der Klient, wenn er es müde wird, länger herumzustehen, brummend davon, aber er nimmt doch wenigstens nicht die Zeit in Anspruch, die nach dem Ausdruck eines alten Sachverwalters nicht auf die Kostenrechnung gesetzt werden darf.
Jean Paul
Um sich besser kennenzulernen als aus den eignen Handlungen, muß man auf die erste plötzliche Freude oder Betrübnis merken, die uns bei einem Antrag, Erzählung etc. aufsteigt und die wir gewöhnlich schnell besiegen.
Johann Wolfgang von Goethe
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.
Bei euch, ihr Herrn, kann man das Wesen gewöhnlich aus dem Namen lesen.
Das sogenannte Aus-sich-Schöpfen macht gewöhnlich falsche Originale und Manieristen.
Was uns so sehr irre macht, wenn wir die Idee in der Erscheinung anerkennen sollen, ist, daß sie oft und gewöhnlich den Sinnen widerspricht.
Gewöhnlich aber wirft man eine Abneigung auf etwas, das man nicht vollenden kann, als auf ein Ding, das uns widerstrebt und des wir nicht Herr werden können.
Karl Wilhelm Freiherr von Humboldt
Ich halte die Selbsterkenntnis für schwierig und selten, die Selbsttäuschung dagegen für sehr leicht und gewöhnlich.
Kurt Tucholsky
In der Ehe pflegt gewöhnlich einer der Dumme zu sein. Heiraten zwei Dumme, so mag es glücken.
Alte haben gewöhnlich vergessen, daß sie jung gewesen sind, oder sie vergessen, daß sie alt sind, und Junge begreifen nie, daß sie alt werden können.
Louise von François
Mittelmäßige Geister verurteilen gewöhnlich alles, was über ihren Horizont geht.
Luc Marquis de Vauvenargues
Wer andere unglücklich macht, gibt gewöhnlich vor, ihr Bestes zu wollen.
Ludwig Börne
Minister fallen wie Butterbrote: gewöhnlich auf die gute Seite.
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach
Das meiste haben wir gewöhnlich in der Zeit getan, in der wir meinten, nichts getan zu haben.
Der Weltmensch kennt gewöhnlich die Menschen, aber nicht den Menschen. Beim Dichter ist es umgekehrt.
Moritz Gottlieb Saphir
Die erste Liebe ist wie der erste Schnee; er bleibt gewöhnlich nicht lange liegen.
Nicolas-Sébastien de Chamfort
Wer sich in der eigenen Gesellschaft nicht wohl fühlt, hat gewöhnlich ganz recht.
Ein Mensch ohne Prinzipien ist gewöhnlich auch ein Mensch ohne Charakter. Denn wäre er mit Charakter auf die Welt gekommen, so hätte er das Bedürfnis nach Prinzipien empfunden.
Papst Johannes XXIII.
Gewöhnlich benutzen die Menschen die Zunge so wie sie gewachsen ist - spitz.
Peter Rosegger
Es ist leichter, alle zu lieben als einen. Die Liebe zur ganzen Menschheit kostet gewöhnlich nichts als eine Phrase; die Liebe zum Nächsten fordert Opfer.
Prof. Karl Joachim Marquardt
Daß einem der Zorn im Magen liegt, ist im Altertum sehr gewöhnlich.
Die orientalischen Könige hatten gewöhnlich nur zwei Kinder, die machten einander so lange tot, bis nur noch zwei übrig waren, und dann heiratete der Bruder die Schwester.
Der Bosporus ist eine Passage, die heutzutage ganz gewöhnlich ist.
Samuel Smiles
Achten die Menschen sich selbst, so achten sie gewöhnlich auch die fremde Persönlichkeit.
Die Regierungen sind gewöhnlich nicht besser als die Regierten.
Sir Francis Bacon
In der menschlichen Natur steckt gewöhnlich mehr vom Toren als vom Weisen.
Sir Isaac Newton
Ich weiß nicht, wie ich der Welt erscheinen mag; aber mir selbst komme ich nur wie ein Junge vor, der am Strand spielt und sich damit vergnügt, ein noch glatteres Kieselsteinchen oder eine noch schönere Muschel als gewöhnlich zu finden, während das große Meer der Wahrheit völlig unerforscht vor mir liegt.
Wilhelm Busch
Ganzes Genie und Brockengenie. Letzteres gewöhnlich.

